Die Roten Partyochsen

Aus immer widerkehrendem Anlass und den daraus resultierenden Missverständnissen zwischen Bands und Veranstaltern / Hochzeitern haben wir hier einen Artikel einer Band, der sich mit den alltäglichen Verständnisproblemen der genannten Personengruppen auseinandersetzt. Nachfolgend der unzensierte Text der Band Die Roten Partyochsen, die uns um Veröffentlichung gebeten haben.

Die Roten PartyochsenWir (Die Roten Partyochsen - die Red.) sind eine Band - und als solche nicht in der Lage, das gesamte aktuelle Radioprogramm rauf und runter zu spielen. Wer eine Band bucht, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er ein Gesamtkonzept engagiert und damit natürlich auch das Programm der Band. Sie gehen ja auch nicht auf ein Take That Konzert und schimpfen hinterher – die haben gar nichts von AC/DC gespielt!

Womit wir nichts anfangen können, sind Pauschalaussagen wie z.B. „Wir wollen keine Schlager etc…“ Stellen sie sich vor, wir würden bei einer Hochzeit nichts für die ältere Generation (die die Party meist auch zahlt) spielen. Dann hätten Sie am nächsten Tag das Murren ihrer Gäste zu ertragen und wir würden unzufriedene Kunden zurücklassen. Desweiteren ist der Begriff „Schlager“ sehr dehnbar. Bei Bayern 3 laufen jede Woche neu die „Schlager der Woche“ wie Danza Kuduro, Maroon 5, Lady Gaga, David Guetta - um nur ein paar zu nennen. Keine Schlager??? Die gesamte Apres Ski Szene wäre ohne deutsche Titel nicht denkbar. Und mal ehrlich – wissen sie wirklich, was alle ihre Gäste hören möchten?

Was zu dem Begriff „Charts“ oder Aussagen wie „wir wollen hauptsächlich Charts…“, die wir immer wieder hören. Welche? Aus welchem Jahr? Aus welchem Land? Welche Sparte (es gibt auch Volksmusikcharts, Countrycharts…).

Noch was zu unseren Spielzeiten. Eine Auftrittsdauer von über 7 – 8 Stunden ist unrealistisch und geht auf jeden Fall zu Lasten der Qualität. Um bei unserem Beispiel zu bleiben – die Jungs um Robbie wissen, warum ihre Konzerte meist nur ca. 2 Stunden dauern. Natürlich gibt es in der Szene auch Arbeitstiere (bei uns "Viecher" genannt) wie z.B. The Boss Bruce Springsteen. Der spielt dann auch mal 3 - 3,5h. Wußtet ihr, das der nicht selbst fahren muss und auch nicht auf- und abbaut? Naja, dafür spielt er auch bloß 3,5 Stunden...

Geliebtes Thema - die Preisgestaltung. Immer wieder bekommen wir mit, dass die Veranstalter sich nicht über den enormen Unkostenapperat und den Aufwand von Proben sowie finanzielle Aufwendungen für Klamotten, Website, Neukundenaquise sowie Licht und Ton im Klaren sind. Dann hört man am Telefon Aussagen wie "...sollte möglichst wenig kosten..." Klar, geht. Klingt dann aber auch so. Band für Silvester 2 - 3 Mann bei 6 Stunden Spielzeit, 3 Stunden vorher dasein, Transport mit Seilbahn... Budget von 300,-€ - 500,-€. Müssen wir hier nicht erklären, oder?!